Bosnien

Veröffentlicht am 28. August 2025 um 09:34

Quelle: Von WikiEditor2004 - Eigenes Werk, CC0. 

Bosnien (serbokroatisch Босна Bosna)

ist der nördliche und hauptsächliche Landesteil des Staates Bosnien und Herzegowina; es umfasst, bei nicht eindeutig definierter Grenzziehung zur Herzegowina, etwa 80 % des Staatsgebiets. Bosnien bildet heute keine administrative Einheit mehr, sondern ist innerhalb des Staates Bosnien und Herzegowina auf die Republika Srpska, die Föderation Bosnien und Herzegowina sowie den Distrikt Brčko aufgeteilt. Die Einwohner nennt man unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit Bosnier; die Angehörigen der muslimischen Volksgruppe werden dagegen zur Unterscheidung von Kroaten und Serben Bosniaken genannt.

Seinen Namen bekam Bosnien vom Fluss Bosna, der bei Sarajevo entspringt, durch Zenica und Doboj fließt und bei Šamac in die Save (Sava) mündet.

Flagge

Flagge von Bosnien und Herzegowina Vexillologisches Symbol Seitenverhältnis 1:2 Offiziell angenommen 4. Februar 1998. Die Flagge von Bosnien und Herzegowina wurde am 4. Februar 1998 eingeführt. Sie wurde von Carlos Westendorp bestimmt, der von 1997 bis 1999 Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina war. Die Abgeordneten des bosnisch-herzegowinischen Parlaments hatten sich zuvor nicht auf eine gemeinsame Flagge einigen können. Die so verordnete Flagge war als Zwischenlösung gedacht und sollte nur solange als Nationalflagge dienen, bis sich das Parlament auf eine andere einigt. Designer der Flagge ist Mladen Kolobarić (1933–2009), der Leiter der sogenannten Westendorp-Kommission zur Neugestaltung der Flagge war. Die Staatsflagge konkurriert mit den subnationalen Flaggen der Entitäten und Kantone und den nationalen Flaggen Ethnien und wird im täglichen Gebrauch häufig von diesen verdrängt.

Die Flagge zeigt ein goldenes Dreieck vor einem blauen Hintergrund. Am unteren Rand des Dreiecks zieht sich eine als unendlich gedachte Kette weißer, fünfzackiger Sterne entlang.

Das Dreieck symbolisiert die geographischen Umrisse von Bosnien und Herzegowina und steht zugleich für die drei Volksgruppen im Land. Das Gold steht dabei für Frieden und die Sonne. Das Blau und die Sterne symbolisieren die Europäische Union. Daneben gibt es einige inoffizielle Interpretationen der Flagge.

Landschaft

Bosnien ist ein großteils bergiges Land mit kontinentalem Klima und teilweise sehr kalten Wintern. Die Vegetation ist im Wesentlichen typisch mitteleuropäisch. In den ausgedehnten Wäldern gibt es noch heute Wölfe, Bären und Wildschweine. Die Olympischen Winterspiele 1984 machten die Skigebiete Jahorina, Bjelašnica und Igman rund um Sarajevo weltbekannt.

Bosnien wird im Süden und Westen vom Dinarischen Gebirge und der Herzegowina begrenzt. Im Norden endet es an den Flüssen Una und Save; im Osten reicht es ungefähr bis zur Drina.

Mit Ausnahme des nördlichen Landstrichs, der sich an der Save hinzieht, ist das Land von mehr oder weniger hohen Bergketten durchzogen, deren höchste Gipfel in den Ausläufern der Dinarischen Alpen zu finden sind:

  • Treskavica (2128 m)
  • Bjelašnica (2067 m)
  • Vranica (2070 m)
  • Volujak mit dem Maglić (2386 m)
  • Vlašić (1967 m) bei Travnik

Die Hauptgebirgszüge im nördlichen Bosnien erstrecken sich von Südosten nach Nordwesten und bilden hohe, langgestreckte Rückenformen sowie fruchtbare Täler. Im südlichen Bereich überwiegen Berge mit scharfem Profil und Karstcharakter, felsige Zacken und kraterförmige Kesseltäler (polje), deren meist langgestreckte Sohlen zur Regenzeit mit Wasser angefüllt werden. Im Sommer trocknen sie aus und bilden tiefe Risse. Die Randgebirge dieser Kessel erheben sich bis auf 700 bis 900 m. Sie sind kahle und zerklüftete Kalkfelsen. Statt Wald findet sich hier nur spärliches Gestrüpp.

Im Waldbereich überwiegen mitteleuropäische Bäume, wie Buchen, Fichten, Birken, Erlen und Ahorn. Über etwa 1600 m endet der Baumwuchs typischerweise und es treten alpine Kräuter auf.

Hauptfluss von Bosnien ist die Save, die eine natürliche nördliche Grenze gegen Slawonien bildet. Die Save ist schiffbar für leichte Fahrzeuge und bildet einen der wichtigsten Transportwege. Ihre größten Nebenflüsse sind die Una, der Vrbas, die Ukrina, die Bosna und die Drina, welche ihr aus südlicher Richtung zufließen. Deren Täler bilden die wichtigsten Verkehrsachsen durch Bosnien.

Die Osmanen

Erst 70 Jahre nach Sarajevo fiel Bihać als letzte bosnische Stadt. Bosnien wurde damit zu einem osmanischen Sandschak, Eyâlet bzw. Vilâyet (Provinz). Nach der Reconquista in Spanien siedelten sich auch vertriebene sephardische Juden in Bosnien an.

Mit der Rückeroberung Südungarns und Slawoniens durch Prinz Eugen wurde das Land zur Grenzzone. Österreichische Truppen versuchten mehrmals, auch Bosnien zu erobern, was aber scheiterte, so dass sich die Savegrenze stabilisieren konnte. Allerdings zerstörte Prinz Eugen bei einem Feldzug Sarajevo.

Bosnien war eine der wichtigsten Provinzen des Osmanischen Reiches, da es die europäische Grenze des Reiches schützte. Der bosnische Beylerbey, Statthalter des Sultans, war wie kein anderer Statthalter mit unumschränkter Gewalt ausgestattet. Die Statthalter Bosniens gehörten neben dem Sultan zu den mächtigsten Männern des Reiches. Der Titel des Beylerbey war neben den bosnischen Statthaltern nur wenigen anderen Statthaltern des Reiches vorbehalten. Während der osmanischen Zeit erreichte Bosnien eine zweite, orientalische Blüte; es ging vollends auf in der Kultur des Osmanischen Reiches und viele Männer aus Bosnien und der Herzegowina erwarben hohe Würden am Hofe des Sultans und wurden zu Militärführern, Diplomaten und Großwesiren des Reiches.

Österreich-Ungarn

1878 wurde Bosnien österreichisch-ungarischer Finanzverwaltung unterstellt (Kondominium), während es bis 1908 formell weiterhin dem Osmanischen Sultan unterstand. In dieser Zeit wurde der Begriff Bosnien und Herzegowina (Bosna i Hercegovina) geprägt. 1908 annektierte Österreich-Ungarn Bosnien-Herzegowina und löste damit die Bosnische Annexionskrise aus. Das Attentat von Sarajevo 1914 durch Mitglieder der Studentenbewegung Mlada Bosna, unter anderem Gavrilo Princip, und der serbischen Widerstandsgruppe Schwarze Hand wurde von Österreich-Ungarn mit einem Ultimatum und schließlich einer Kriegserklärung gegenüber dem Königreich Serbien beantwortet, was wegen der Garantien der damaligen Großmächte untereinander und gegenüber kleineren Staaten zum Ersten Weltkrieg führte.

Quelle: Von selbst erstellt - Eigenes Werk  (Originaltext: selbst erstellt), CC BY-SA 3.0 de.

Überreste der Kirche in Mile, vermuteter Krönungsort von Tvrtko I.

Quelle: Von user:Mhare - Eigenes Werk, Gemeinfrei. 

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